Informationssicherheit (ISO27001)

Warum sich Agenturen mit dem Thema Informationssicherheit auseinander setzen müssen, wird Ihnen am besten in unserer Blogreihe Wer hat Angst vorm Audit? erklärt. Gerade Agenturen (und andere Dienstleister), die für Automobilkonzerne tätig sind, müssen ISO-zertifiziert sein, um Aufträge zu bekommen.




ABER: Nur mit der ISO27001-Zertifizierung ist es nicht getan! 


Die Agentur bekommt vom Kunden zusätzlich einen Maßnahmenkatalog vorgelegt. Hierin sind die vom Verband der Automobilindustrie (VDA) festgelegten Maßnahmen verankert. Dazu gehören zum Beispiel:


  1. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle Computer und VPN
    Das ist der Identitätsnachweis eines Nutzers mittels der Kombination zweier verschiedener Komponenten. In Agenturen kommt dazu meist ein externer USB-Schlüssel (z. B. der YubiKey) und Software Token für VPN zum Einsatz.

  2. Verschlüsselte Festplatten
    Alle Rechner und Server müssen verschlüsselt sein.

  3. Verschlüsselung von E-Mails
    E-Mails müssen je nach Klassifizierung („intern“, „vertraulich“, „geheim“) verschlüsselt sein.

  4. Persönliche Passwörter und 90-Tage-Passwort-Änderung
    Jeder Benutzer hat ein eigenes Passwort, das kein anderer wissen oder einsehen darf (auch nicht in einer in Agenturen üblichen Passwortliste). Der Benutzer muss dieses Passwort außerdem alle 90 Tage ändern!

Wenn Sie sich also die Zeit genommen haben, ein ISMS einzuführen und zertifizieren zu lassen (das dauert etwa sechs bis zwölf Monate) und keine Kosten gescheut haben (mit 50 000 bis 100 000 Euro müssen Sie rechnen), dann haben Sie eine tolle Basis für Ihre Unternehmenssicherheit geschaffen. Die drei oben genannten und vom VDA geforderten Maßnahmen müssen dennoch verfolgt werden. Denn ein ISMS ist zwar eine Basis, nicht aber ein automatischer Garant für die Einhaltung der vier genannten Maßnahmen. 

Ein Mini-ISMS tut es auch

Im ersten Teil unserer Blogreihe habe ich Ihnen von dem ISA-Fragebogen berichtet. Mithilfe dieses Fragebogens werden verschiedene Sicherheitsszenarien abgefragt. Diese lassen sich mit einem durchdachten ISMS erfüllen – auch ohne ISO-Zertifizierung. Es muss also nicht immer ein ISO-zertifiziertes ISMS sein. 

Viele unserer Solutionbar-Kunden (zum Beispiel Agenturen), die für Automobilhersteller tätig sind, vertrauen auf ein – wie wir es nennen – „Mini-ISMS“. Diese Kunden haben mit unserer Hilfe Richtlinien erstellt, Sicherheitsschulungen abgehalten, Prozesse zur kontinuierlichen Verbesserung eingeführt und natürlich die vom VDA vorgegebenen Maßnahmen umgesetzt. Allein dadurch gelang es uns, die 0er- und 1er-Bewertungen im ISA-Fragebogen in 3er- und 4er-Bewertungen zu verwandeln (Zur Erinnerung: Die Bewertungsskala reicht von 0 bis 5, wobei 5 die beste Bewertung ist.).

Bei mehreren Audits, die wir begleiten durften, hat das Mini-ISMS komplett ausgereicht, um die Auftraggeber unserer Kunden zufriedenzustellen. Die Kosten liegen bei etwa der Hälfte eines zertifizierten ISMS.

Das Schöne an einem Mini-ISMS: Es schafft Struktur, Vertrauen und zeigt Kompetenz. Sollte irgendwann eine ISO-Zertifizierung gefordert sein, kann auf die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen aufgebaut werden – es wird also nicht bei Null gestartet. So macht es auch einer unserer Kunden, den wir im letzten Jahr auf ein Mini-ISMS umgestellt haben: Er lässt sich nun auch ISO-zertifizieren.